KWKG: Initiative vom Hamburg Institut zeigt Wirkung

Der Anfang dieser Geschichte reicht zurück ins Jahr 2016: Im Auftrag der Stadt Hamburg hatte das Hamburg Institut ein Ersatzkonzept für das Kohlekraftwerk Wedel entwickelt. In diesem Gutachten stellten wir unter anderem eine Option vor, bei der das Abwasser des Hamburger Klärwerks für die Fernwärmeversorgung genutzt werden sollte. Die Idee: Mit einer Großwärmepumpe wird die im Abwasser vorhandene Wärme entzogen, auf ein höheres Temperaturniveau gebracht und ins Fernwärmenetz eingespeist. Damit könnte die bislang ungenutzte Wärme der riesigen Menge gereinigten Abwassers sinnvoll verwertet werden – rein technisch können bis zu 80 MW Wärme genutzt werden. In Skandinavien verwenden bereits viele Großstädte dieses klimaneutrale Wärmepotenzial.

Lücke im KWKG verhinderte Wirtschaftlichkeit
Bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung für diese Variante war jedoch ein entscheidendes Problem zu lösen: Wird der für die Wärmepumpe benötigte Strom zu regulären Preisen aus dem Netz bezogen, ist der Betrieb wegen der hohen Umlagen und Entgelte unwirtschaftlich. Der zunächst eingeschlagene Weg über den Bezug von Strom aus einer netzautarken KWK-Anlage am Standort führte in der Berechnung zwar zu ansprechenden Wärmegestehungskosten, allerdings gab es im Vergleich zu konventionellen KWK-Anlagen noch immer eine Benachteiligung.

Die von der Bundesregierung im Rahmen des Kohleausstiegs vorgeschlagene Novellierung des KWKG brachte neue Bewegung. „Allerdings klammerte der ursprüngliche Referentenentwurf die Nutzung von Abwasserwärme aus der Förderung aus“, erklärt Christian Maaß, Geschäftsführer beim Hamburg Institut. Dieser sah zur Förderung der Erneuerbaren zwar einen Bonus für Wärmepumpen vor, die Umweltwärme nutzen – nicht jedoch von Abwärme, zu der auch Klärwerkswärme gehört.

„Hier klaffte aus unserer Sicht eine Lücke, die dem Ausschöpfen wertvoller Potenziale für die Energie- und Wärmewende entgegensteht“, so Maaß. „Deshalb haben wir gemeinsam mit der Stadt Hamburg und der Hamburger Stadtentwässerung bei den relevanten Stellen wie Verbänden und allen voran dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ein Bewusstsein für unsere Idee und die gesamte Problematik geschaffen.“

Neue Perspektiven für Fernwärmegewinnung aus Abwärme
Mit Erfolg: Viele Akteure schlossen sich der Forderung nach einer Verbesserung der Förderbedingungen an. Und so sieht der aktuelle Entwurf des KWKG, der sich derzeit zusammen mit dem Kohleausstiegssetz im Gesetzgebungsverfahren befindet, den Erneuerbaren-Bonus auch für Abwärme aus Klärwerken vor.

Sobald das Gesetz verabschiedet und die Großwärmepumpe umgesetzt ist, wird Hamburg voraussichtlich die erste deutsche Großstadt sein, die Klärwerkswärme auf diese Art und in diesem Umfang ins Fernwärmenetz einspeist. Für Christian Maaß reicht das Thema aber weit über die Hansestadt hinaus: „Angesichts tausender Klärwerke in Deutschland eröffnet die so ermöglichte Wirtschaftlichkeit ganz neue Perspektiven für den Ausbau der Fernwärme insgesamt. Mit der geplanten neuen Förderung kommt man auf sehr attraktive Wärmegestehungskosten für erneuerbare Wärme. Wir prüfen bereits Projekte mit mehreren anderen Stadtwerken, um die enormen Potenziale dieser im Ausland bereits seit langem bewährten Technik auch in Deutschland zu nutzen.“

 

Quelle: Neuigkeiten vom Hamburg Institut, Ausgabe 1-2020

 

 

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