Im Mikroprojekt HOPE-DH (Holistic Optimization of PTES for Evolving District Heating) untersuchen die Vereinigte Stadtwerke GmbH gemeinsam mit HIR Hamburg Institut Research, welchen Beitrag ein großskaliger Erdbeckenspeicher zur klimaneutralen Transformation des Fernwärmesystems leisten kann. Ziel ist eine fundierte, ergebnisoffene Bewertung, ob und in welcher Ausgestaltung ein saisonaler Wärmespeicher einen langfristigen Mehrwert bietet. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Analyse der Erlösstruktur und Wirtschaftlichkeit sowie auf der Frage, unter welchen Rahmenbedingungen eine Investition in einen PTES wirtschaftlich tragfähig ist. Das Projekt ist Teil des Förderformats „URBAN ARENA Seasonal Heat Storage“ des 8. Energieforschungsprogramms des BMWE.
Hintergrund & Aufgabe
Für die Vereinigte Stadtwerke GmbH stellt sich die zentrale Frage, ob ein saisonaler Wärmespeicher einen wirtschaftlich, technisch und strategisch sinnvollen Baustein der langfristigen Transformationsplanung darstellt. Dabei gilt es, Investitionsentscheidungen fundiert abzusichern und Wechselwirkungen zwischen Speicher, Erzeugungsportfolio und Wärmenetz systematisch zu bewerten. Das Mikroprojekt HOPE-DH skizziert, wie eine zielgerichtete und gut abgewogene Investitionsentscheidung für oder gegen einen Erdbeckenspeicher im Kontext einer Transformationsplanung gelingen kann und was die größten Risiken und Unsicherheiten bei einer PTES-Projektentwicklung sind.
Im Fokus stehen insbesondere drei Themenfelder:
- Die ganzheitliche Einordnung eines PTES in die Transformationsstrategie des Fernwärmesystems,
- die Analyse der Erlösstruktur, Wirtschaftlichkeit sowie zusätzlicher Erlös- und Flexibilitätspotenziale durch saisonale Wärmespeicherung,
- sowie die Untersuchung von Möglichkeiten zur Minimierung der Flächeninanspruchnahme und Flächenversiegelung.
Inhalte & Ziele
Das Hamburg Institut analysiert die Systemwirkung eines Erdbeckenspeichers mit einem integrierten, modellgestützten Ansatz. Im Energiesystemmodell EnergetHIC werden Kapazität und Betriebsweise des Speichers gemeinsam mit dem zukünftigen Erzeugungsportfolio im Fernwärmenetz optimiert. So lassen sich zentrale Zusammenhänge zwischen Speichergröße, Zyklenzahl, Betriebsweise und Wirtschaftlichkeit ebenso transparent bewerten wie Effizienzsteigerungen, Flexibilitätsgewinne und wirtschaftliche Effekte im Gesamtsystem.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der techno-ökonomischen Bewertung. Investitions- und Betriebskosten, Erlöspotenziale sowie wesentliche Einflussfaktoren werden systematisch untersucht und quantifiziert. Ergänzend fließen Aspekte wie Flächenbedarf und Flächenversiegelung in die Analyse ein. Das Ergebnis ist eine belastbare Entscheidungsgrundlage für die strategische Weiterentwicklung des Fernwärmesystems in Bad Oldesloe sowie praxisnahe, übertragbare Erkenntnisse für vergleichbare Transformationsvorhaben.
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