Quartierskonzept (09/2021 - 01/2022)

Integriertes energetisches Quartierskonzept für Konstanz

Die Stadt Konstanz hat u.a. das Hamburg Institut beauftragt, ein integriertes energetisches Quartierskonzept für den Stadtteil Industriegebiet zu entwickeln. Übergeordnetes Ziel ist, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. So trägt die Kommune am Bodensee zu den Pariser Klimaschutzzielen bei und setzt die Segel auf Zukunft.

Ausgangssituation & Aufgabe

Der aktuelle Klimaschutzbericht der Stadt Konstanz sieht als eine Maßnahme ein integriertes energetisches Quartierskonzept für den Stadtteil Industriegebiet vor. Konkret geht es um eine möglichst nachhaltige und emissionsarme Energieversorgung für das Quartier, in dem Unternehmen diverser Branchen und Größen ansässig sind. Zusammen mit der Tilia GmbH aus Leipzig wurden Averdung Ingenieure und Berater und das Hamburg Institut beauftragt, Maßnahmen und Potenziale zu erarbeiten. Im Zuge dieses Prozesses findet eine von den beauftragten Firmen organisierte Zukunftswerkstatt statt, welche die Akteure vor Ort mit einbezieht.

Vorgehen

Zu Beginn des Projekts wurden Ausgangsanalysen der Schwerpunktgebiete „Unterlohn“ und „Grubwiesen“ durchgeführt, bei denen Energieverbrauch und Einsparpotentiale im Fokus standen. Darüber hinaus wurden Maßnahmen zur Stadtentwicklung erarbeitet. Die Akteursbeteiligung und -vernetzung, unter anderem im Rahmen einer digitalen Zukunftswerkstatt, waren integraler Bestandteil des Projekts und schafften so Transparenz und die Grundlage für eine konstruktive Zusammenarbeit. Ein Online-Whiteboard bot die Möglichkeit, sich aktiv zu beteiligen, zudem wurden Akteursgespräche vor Ort durchgeführt.

Endbericht

Im Januar 2022 wurde der Bericht veröffentlicht. Das finale Konzept umfasst eine Bandbreite an Maßnahmen, mit denen die Klimabilanz im Quartier verbessert werden kann: Themen wie eine umweltfreundliche Mobilität, Flächeneffizienz, hochwertige und klimawandelangepasste Freiräume, Schaffung kooperativer Gebietsstrukturen und Orte für neue Formen des Arbeitens wurden ebenso betrachtet wie energetische Einsparpotenziale und erneuerbare Wärme- und Stromerzeugungsmöglichkeiten.

Die Nutzung von Synergien aus der vorhandenen Infrastruktur spielte insbesondere für das Energiekonzept Grubwiesen eine große Rolle. Energielösungen für die Entwicklung des Verkehrslandeplatzes wurden zusammen mit dem angrenzenden Gebäudebestand in verschiedenen Szenarien betrachtet und technisch, wirtschaftlich und ökologisch verglichen. Besonders die Kläranlage in der direkten Nachbarschaft bietet durch die Nutzung der Abwasserwärme ein hohes Potenzial zur Einsparung von Treibhausgasemissionen und kann als bestmögliche Variante bewertet werden.

Weiteres Potenzial bietet insbesondere die industrielle Abwärme aus mehreren ansässigen Unternehmen. Insgesamt kann im ganzen Stadtteil Industriegebiet ein Reduktionspotenzial von ca. 60 Prozent der heutigen Emissionen im Quartier ermittelt werden, das entspricht ca. 26.000 t CO2 im Jahr.

Hier geht’s zum vollständigen Bericht (PDF)