Wärmeversorgung Hafenwestseite Neustadt i.H. (seit 2021)

Meerwasser-Wärmepumpe im Hafenquartier Neustadt in Holstein

Das Hafenquartier erfindet sich neu: Die Stadtwerke Neustadt i. H. errichten die erste Meerwasser-Wärmepumpe in einem größeren Wärmenetz in Deutschland – ein Pionierprojekt mit hohem Innovationsgrad und Vorbildcharakter. Unterstützt werden die Stadtwerke vom Hamburg Institut gemeinsam mit Averdung Ingenieure & Berater.

Das Konzept

Das klimafreundliche Konzept zur Wärmeversorgung, das im Zuge der Umgestaltung der Hafenwestseite realisiert wird, basiert zu einem großen Teil auf erneuerbaren Energien. Viele historische Elemente bleiben im neuen Quartier erhalten – auch als Teil des Energiekonzepts. So wird die Energiezentrale mit modernster Technologie in den denkmalgeschützten Getreidespeichern und einem angrenzenden Anbau untergebracht.

Meerwasser als natürliche Ressource zur Wärmeerzeugung
Das Herzstück des Systems ist die Meerwasser-Wärmepumpe. Ergänzt wird sie durch weitere Komponenten wie ein Blockheizkraftwerk mit Spitzenlastkessel und einen Wärmespeicher. Dank der hochmodernen Technologie lässt sich bis zu 2 Grad kaltes Wasser aus der Neustädter Bucht effizient auf Temperatur bringen und in das quartierseigene, neu errichtete Wärmenetz leiten.

Das innovative Energieversorgungssystem, in dem Meerwasser als natürliche Ressource zum Einsatz kommt, ermöglicht erhebliche CO2-Einsparungen im Vergleich zu einer rein fossilen Wärmeerzeugung und stellt somit einen wichtigen Beitrag zu den Klimaschutz-Aktivitäten der Stadt Neustadt in Holstein dar.

Gefördert vom Bundesumweltministerium
Als Modellprojekt für die Transformation der Wärmeversorgung in Städten und Gemeinden in Küstenlage wird der Bau der Meerwasser-Wärmepumpe vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz mit Mitteln aus der „Nationalen Klimaschutzinitiative“ in Höhe von rund 1,18 Mio. Euro gefördert.

Maßnahmen

Das Hamburg Institut begleitet gemeinsam mit Averdung Ingenieure & Berater das Projekt seit der Planungsphase: von der Machbarkeitsstudie über die Genehmigung und Beratung zur Förderung bis hin zur Projektsteuerung und Koordination der Fachplanung. Es ist unterteilt in zahlreiche Teilmaßnahmen, die gleichermaßen innovativ und herausfordernd sind:

  • Planung und Berechnung des Nahwärmenetzes mit Erzeugungsanlagen, Wärmeverteilnetz und Informationstechnik  
  • Planung der Energiezentrale in einem denkmalgeschützten ehemaligen Getreidespeicher und der Umnutzung eines Getreideförderbandes als Meerwasserleitung
  • Instandsetzung des entkernten Gebäudes 
  • Gutachten und Genehmigungen
  • Spezifikation des Erzeugerparks inkl. TGA und Technikflächen  
  • Planung des Wärmepumpensystems 

Systembestandteile: 

  1. Erschließung der Wärmequelle (Primärkreis) durch Pumpen mit Einbauten im Hafenbecken, Meerwasserleitung vom Hafenbecken bis zur Energiezentrale 
  2. Anbindung des Sekundärkreises = Auslegung, Design, Konstruktion und Fertigung des neuartigen, selbstreinigenden Wärmetauschersystems mit Anbindung an die Wärmepumpe 
  3. Anschluss der Wärmepumpe an den Heizkreis des Wärmenetzes und Anbindung an Speicher