Nutzungsperspektiven von Herkunftsnachweisen in der Industrie (seit 11/2020)

Forschungsprojekt „GO4Industry“

Gefördert durch das Bundeswirtschaftsministerium, erarbeitet das Hamburg Institut zusammen mit GreenGasAdvisors im Projekt „GO4Industry“ Grundlagen für ein umfassendes nationales Nachweiskonzept für erneuerbare Energien. Der Fokus liegt dabei auf der praktischen Anwendbarkeit in der Industrie.

Ausgangssituation

Herkunftsnachweise (HKN) wurden in Deutschland bisher ausschließlich für Ökostrom ausgestellt. Mit der Novelle der Erneuerbare-Energien-Richtline (RED II) hat die Europäische Union nun eine Ausweitung des Anwendungsgebiets in die Wege geleitet: Die Richtlinie sieht die Ausstellung von HKN nun auch für erneuerbare Gase (inklusive Wasserstoff), Wärme und Kälte zwingend vor. Neben dem existierenden HKN-System für Strom und den bestehenden Nachhaltigkeits- und Massenbilanzierungssystemen für Biomasse werden nun weitere HKN-Systeme eingerichtet. Auch in der nächsten Novelle der Erneuerbare-Energien-Richtline (RED III) wird die Rolle der Nachweissysteme insgesamt voraussichtlich weiter gestärkt.

Hierbei besteht der Anspruch, den praktischen Anforderungen der Industrie und der Energiewirtschaft gerecht zu werden. Steigende Bestrebungen von Industrieunternehmen, ihre Produktionsprozesse und Vorketten zu defossilisieren, verstärken den Bedarf nach Transparenz und klarer Nachvollziehbarkeit der erneuerbaren Eigenschaft von Energie.

Ziele des Projekts

Genau an dieser Schnittstelle setzt „GO4Industry“ an. Im ersten Schritt soll das Projekt einen Überblick über die verschiedenen Bezugsmöglichkeiten von erneuerbarer Energie und Herkunftsnachweisen geben. Darüber hinaus ist Ziel des Projekts, die Grundlagen für ein umfassendes nationales Nachweiskonzept für erneuerbare Energien zu erarbeiten, das

  • mit dem europäischen Markt harmoniert,
  • industrielle Nachfrageimpulse für den Ausbau der erneuerbaren Energien setzt,
  • die Umsetzung klimaneutraler industrieller Produktionsprozesse sektorenübergreifend erleichtert und
  • die mittelfristigen instrumentellen Perspektiven von HKN berücksichtigt.  

Schwerpunkte 

„GO4Industry“ wird von einem Projektteam des Hamburg Instituts und GreenGasAdvisors durchgeführt und durch Fördermittel des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz unterstützt. Das Projekt befasst sich mit folgenden Schwerpunkten:

  • Grundlagen: Betrachtung der bestehenden Rahmenbedingungen und der instrumentellen Möglichkeiten von EE-Nachweisen sowie der regulatorischen Herausforderungen im Rahmen der nationalen Umsetzung der RED II
  • Energieträger: Analysen zu den besonderen Herausforderungen bei der Einführung bzw. Weiterentwicklung von EE-Nachweissystemen in den Bereichen Strom, Gase, Wärme/Kälte und flüssige Brennstoffe
  • HKN und andere EE-Nachweise in der Industrie: Analyse der Potenziale sektoren- bzw. energieträgerspezifischer Herkunfts- und anderer Nachweise für die unternehmerische und produktspezifische Treibhausgasbilanzierung sowie deren Vergleichbarkeit und somit Beitrag zur unternehmerischen Klimaneutralität

Veröffentlichungen

Die Projekt-Website www.go4industry.com informiert regelmäßig zu Fortschritten und Ergebnissen.

Im Projektteil „Grundlagen“ wurden bisher folgende Berichte veröffentlicht: